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Alant

Inula helnium


Seine Blüte gleicht der Sonne und gleich dieser spendet der Alant Leben und Kraft.

Der Wurzelstock dieser Pflanze wird bereits seit Jahrhunderten in der Naturmedizin genutzt. Da die gelben Blüten an das lichtumflossene, flammende Antlitz des Sonnengottes erinnerten, nannten ihn die Griechen „Helenion“ und die nordischen Völker „Odinskopf“ und „Odinsauge“. Einer Sage nach stammt der Alant aus den Tränen der schönen von Paris entführten Helena, weshalb man ihn nicht nur als Brust- und Magenmittel, sondern auch als Schönheitsmittel benutzte. Julia, die berüchtigte Tochter des Kaisers Augustus soll ihn täglich zur Magenstärkung genossen haben. In mittelalterlichen Klöstern wurde der Alantwein geschätzt, sowie der Alant-Kräuterwein nach Hildegard von Bingen. Er zählte zu den Hexenkräutern und gehörte zum Neunerleikraut, aus welchem ein Trank gebraut wurde. Auch in den Weihbüscheln, die von den Priestern zum Feste Maria Himmelfahrt geweiht werden, darf er nicht fehlen, als von Gott verliehene Kraft zum Heil und Besten der Menschen.


Botanische Kennzeichen und Vorkommen


Gehört zur Familie der Korbblütler. Es handelt sich um eine krautige, mehrjährige Pflanze mit einem derben, knollig verdickten, ästigen Wurzelstock. Die Stängel sind steif aufrecht und nur oben verzweigt und bis zu 1 -2 m hoch. Daran befinden sich die großen, langgestielten, länglich elliptischen Grundblätter mit gezähntem Rand und die herzförmigen, den Stängel umfassenden Stängelblätter. Beide sind auf ihrer Unterseite filzig behaart. Die großen gelben Strahlenblüten sind einzeln stehend oder in lockerer Doldentraube angeordnet. Blütezeit ist von Juni bis September. Die Früchte sind kahl, gestreift und mit langem Pappus.
Der Echte Alant stammt aus Zentralasien und den Gebirgsregionen Südost- und Mitteleuropas. Die Pflanze bevorzugt feuchte Wälder und Gräben zwischen 500 und
1200 m Seehöhe und gedeiht an Ufergebüschen, Hecken und Zäunen.


Naturheilkundliche Bedeutung und Therapeutische Eigenschaften


  •     Appetitlosigkeit
  •     Atemwegsbeschwerden, Husten
  •     Bronchialasthma, Verschleimung
  •     Blutarmut
  •     fungizid
  •     Hautjucken, Exantheme – äußerlich
  •     Leberverhärtung
  •     leber- und nierenreinigend
  •     stoffwechselanregend
  •     Magen-Darm-Verschleimung
  •     Würmer


Rezepturen

Teeaufguss innerlich
Einen Absud aus der getrockneten Alantwurzel zubereiten

Waschungen und Umschläge
aus starken Absuden, bei Hautjucken und Exanthemen

Frischwurzelauflage
Dazu die frische Wurzel zerquetschen und auf Geschwüre der Haut auflegen.


Tinktur
Dazu die  Wurzeln in Branntwein ansetzen, täglich in kleinen Gaben zur Kräftigung und Stärkung

weinige Tinktur

Hustenmittel
1 EL getrocknete und gemahlene Alantwurzel in 500 g Honig rühren und 4 Wochen in dieSonne stellen. Bei Bedarf 1 TL pro Tasse  Hustentee nehmen.
Hilft bei Husten, Bronchitis und Asthma

Alantwurzelwein

Salbe

Teemischung
3  Teile Alantwurzel, 4 Teile Ringelblume, 2 Teile Schafgarbe, 4 Teile Beinwell, 3 Teile Quecke, 4 Teile Meisterwurz, 1  Teil   Tausendgüldenkraut, 2 Teile Erdrauch
als Frühjahrs - oder Herbstkur
Von der  angegebenen Mischung  1 TL pro ¼ Liter Aufguss.
Die Tagesdosis : 1 Tasse, auf nüchternen Magen.

Homöopathie
Hier wird Inula helenium bei der Behandlung von Reizhusten und Menstruationsbeschwerden
eingesetzt.

Hinweis
Eine Überdosierung kann zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungserscheinungen führen!
Die Wurzeln enthalten Sesquiterpenlactone wie Alantolacton, diese können bei sensiblen Personen leider Allergien auslösen.

Der Wiesen-Atlant (Inula britanica) ist auch heilkräftig.
Als der Feldherr Cäsar auf seinem Eroberungszug nach Britannien war, erkrankten seine Leute vom Genuss des Quellwassers jenseits des Rheins. Sie verloren Zähne und bekamen lahme Knie. Die den Römern damals getreuen Friesen heilten sie durch die Pflanze namens „Britannica“ von ihren Leiden, auch von Halsleiden und Schlangenbiss. Plinius, der dieses erzählt, fügt noch hinzu, man müsse es vor dem ersten Donner pflücken, daher der Name Donnerkraut.

Andorn  

Marrubium vulga


War bei den alten Deutschen dem Gott Thor geweiht und diente als Heil- und Zauberkraut und zum Schutz gegen Feinde, Gespenster, Erd – und Waldgeister

Der Andorn gilt seit Jahrtausenden als Heilpflanze und fast als „Allheilmittel“ und ist trotzdem heute fast in Vergessenheit geraten. Die alten Römer wussten ihn als Mittel gegen Malaria zu schätzen. Die Griechen nahmen den Andorn als „letztes Mittel“ wenn sie keinen Rat mehr wussten, besonders aber bei Lungenkrankheiten. Die Römer und Ägypter  verwendeten ihn auch als Gegenmittel gegen Gifte. In den berühmten medizinischen Werken des Aulus Cornelius Celsus, welcher im  1. Jahrhundert lebte, wird ebenfalls über das Kraut berichtet. Im Mittelalter fand es gegen Hexen und böse Geister Verwendung. Die meisten historischen Heilkundigen wie Matthiolus, Paracelsus und Hildegard von Bingen haben den Andorn in ihren Schriften gerühmt. Die hl. Hildegard von Bingen verabreichte Andorn als Salbe gegen Kopfschmerzen und das Kraut als schleimlösendes, zusammenziehendes Mittel gegen Erkältungskrankheiten. Der Name unter dem das Kraut am meisten bekannt ist, stammt aus dem Hebräischen und bedeutet dort „der bittere Saft“.


Naturheilkundliche Bedeutung und Therapeutische Eigenschaften


  •     Blutbildung, Anämie
  •     Chronische Bronchitis,
  •     Asthma, Keuchhusten,
  •     Hustenanfälle im Alter
  •     Mund- u. Rachenentzündung
  •     Anregung der Atem- und Verdauungswege
  •     Steigerung des Immunsystems
  •     Normalisierung des Kreislaufs
  •     Nervöse Herzstörung
  •     Gallenleiden
  •     Leberfunktionsschwäche,
  •     Leberverhärtung, Gelbsucht
  •     Gastritis
  •     Darmentzündung
  •     Allgemeine Schwäche
  •     Schlecht heilende Wunden,
  •     Geschwüre, chronische Ekzeme
  •     Fördert schwache Menstruation
  •     Tuberkulose


Rezepturen

Teeaufguss innerlich
Wirkt stärkend, auflösend, anregend und belebend.
10 g des Krauts mit 1 L kochendem Wasser überbrühen und 5 Min. ziehen lassen
davon täglich 2 – 4 Tassen trinken bis die Beschwerden abgeklungen sind.
gegen Asthma, Husten, Hysterie, Skorbut, heilt besonders die Atemorgane.

Teeaufguss äußerlich
zum Auswaschen von Wunden und Geschwüren, bei Hautausschlägen,
zusätzlich eine blutverbessernde und kräftigende Kur machen,
mit viel Bewegung und zuträglicher Nahrung!

Gurgelwasser

Ohrentropfen

Tinktur

Beruhigt den unruhigen, nervösen Herzschlag

Bitterlikör
Andorn kommt als Bestandteil von Bitterlikören vor.
Bereits fertig zubereitete Kräuterbitter sind in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.

Bei akuten Beschwerden durch ein gestörtes Immunsystem, z.B. grippale Infekte, Virusinfektionen, Magen-Darm-Beschwerden, Blasenentzündungen, sogar Augenentzündungen, ebenso akute Schübe von Allergien z.B. Nesselsucht oder Neurodermitis:

25 ml der Bittertinktur in ½ L gekochtem und abgekühltem Wasser zusammen mit 3-5 g Askorbinsäure verrühren und davon alle 5 Min. einen Schluck trinken.
Bei Kindern warmes Wasser verwenden, damit der Alkohol verdunstet.

Presssaft
bei Halsschmerzen.

Andornwein
wirkt appetitanregend

Hustenmittel einen Sirup mit Andorn herstellen, siehe Sirupzubereitung

Teemischung
- Je 20 g Andornkraut, Erdrauchkraut, Pfefferminzblätter und Löwenzahnwurzel   
  mit ¼ L kochendem Wasser überbrühen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen                                                                

  Hat eine stark gallensaftanregende Wirkung. Bei Übelkeit, Aufstoßen oder Oberbauchbeschwerden infolge einer
  Unverträglichkeit von fettreichen Nahrungsmitteln sind  tägl. 1-2 Tassen des Tees zu empfehlen.
  Bei Leber- und Gallenblasenbeschwerden

  etwa 4 Wochen lang täglich 3 Tassen des Tees trinken.

Homöopathie
Marrubium album bei Entzündungen der Atemwege

Hinweis
Optisch ist die Pflanze der nahverwandten Taubnessel ähnlich. Die Taubnessel besitzt herzförmige, behaarte Blätter -  statt der ovalen, filzig behaarten des Andorns. Die Blüten der Taubnessel bestehen aus sechszähnigen Kelchen, welche einen Haarring in der Blütenröhre haben. Auch fehlt der Taubnessel der moschusartige Geruch des Andorns.

Augentrost

Euphrasia officinalis



Es dient dem Gemüt und dem Auge zu wirklicher
Freude und köstlichem Troste.

Der botanische, aus dem Griechischen stammende Name Euphrasia bedeutet Frohsinn, Freude und Wohlbefinden. Bereits die Mediziner in der Antike kannten diese Heilpflanze, wie wir von Dioskurides wissen. Auch im Mittelalter wurde Augentrost eingesetzt.
Im 1. deutschsprachigen Kräuterbuch „Gart der Gesuntheit“ aus dem Jahr 1485 ist über die Pflanze zu lesen: Von dem Kraut Wasser gebrannt, und die Augen damit gewaschen, macht sie fast klar und sterket das Gesicht (Sehen). Pfarrer Kneipp schlägt den Namen Magentrost zusätzlich vor, wegen seiner heilsamen Bitterkeit für dieses Organ.

Ein wirksames und desinfizierendes, entzündungshemmendes, adstringierendes und schmerzlinderndes Heilkraut. Stärkend für die vom Lesen und Schreiben ermüdeten Augen, hilft bei Bindehaut- und Lidentzündung, heilt entzündete Augenwimpern, hilfreich bei Grünem Star, Hornhautgeschwüren und tränenden Augen. Im Zeitalter der Bildschirmarbeit wo unsere Augen zu Höchstleistungen gefordert werden, von hohem Wert. Bei Lichtempfindlichkeit beruhigt der Augentrost und normalisiert die Funktion der Tränendrüsen. Außerdem stärkt er den Körper schwächlicher Kinder, auch Erwachsener, mit Anfälligkeit für Erkältungen und Lymphdrüsenerkrankungen.


Naturheilkundliche Bedeutung und Therapeutische Eigenschaften


  •     geschwächte Sehkraft
  •     Entzündungen der Augen, Lider und Bindehaut
  •     Lichtempfindlichkeit
  •     Überanstrengung der Augen
  •     leichte Augenverletzungen
  •     Skorfulöse Augenerkrankungen der Kinder
  •     Gerstenkorn
  •     Atemwegserkrankungen
  •     Fließschnupfen mit Niesen
  •     Heuschnupfen
  •     Appetitlosigkeit
  •     kräftigend
  •     Nervosität, Schlaflosigkeit, Hysterie
  •     Magenschmerzen
  •     Verdauungsstörungen, auch im Darm
  •     Alkohol- und Nikotinvergiftung

   

Rezepturen

Teeaufguss innerlich
- 1 TL des getrockneten Krauts auf 1 Tasse Wasser, einige Min. kochen lassen,
    davon 1 – 2 Tassen täglich trinken, oder
- ½ TL des Krauts mit ½ L kochendem Wasser überbrühen und abgedeckt 2 Min. ziehen
    lassen, abseihen und nach Bedarf bis zu 3 Tassen täglich trinken.
Der Tee wirkt auch lindernd bei nervösen Kopfschmerzen,
zur Verdauungsförderung, zur Verbesserung der Magensäfte,
täglich 1 Tasse des Tees in kleineren Gaben morgens oder tagsüber trinken
(Mehr als 2 Tassen täglich können zu Magenbeschwerden führen).

Waschungen und Umschläge
z. B. - 1 TL des Krauts mit ¼ L heißem Wasser überbrühen und 2 Min. ziehen lassen, bei
empfindlichen Augen die Überbrühung mit lauwarmem Wasser verdünnen, oder

Der Tee muss für erneute Anwendungen wieder neu zubereitet werden!
Die gleichzeitige innere Anwendung erhöht die Wirkung der Waschungen und Umschläge.

Als Umschlag eignet sich ein sauberes Leinentuch, welches solange auf den Augen bleiben soll, bis es trocken wird, 2mal täglich anwenden.
 
Dampfbäder

Pulver
1 TL des pulverisierten Krauts täglich in Suppe, Milch oder anderer Kost einnehmen,
um die Wirkung des Tees zu unterstützen.
bei eiternden, entzündeten, schwachen Augen

Teemischung

- 1 EL Augentrost, 2 EL Kamillenblüten, 2 EL Thymian, 2 EL Holunderblüten bei Erkältungskrankheiten

- 1 EL Augentrost, 2 EL Johanniskraut, 1 EL Melisse, 1 EL Baldrian bei Schlafstörungen

- Augentrost, Estragon, Gundelrebenkraut, Ysopkraut und Meisterwurz zu gleichen Teilen bei Heuschnupfen

Homöopathie
Als Homöopathikum, besonders bei Augenbeschwerden, wie vermehrtem Tränenfluss, Lidkrämpfen, Lichtempfindlichkeit und Hornhautentzündungen.

Hinweis
Augentrost ist ein starkes Mittel, deshalb in kleinen Dosen anwenden!